Keine neuen Schulden in der Wohlverhaltensphase machen

Tipps zur Verbraucherinsolvenz: Innerhalb einer Verbraucherinsolvenz sollte vom Schuldner während der Wohlverhaltensphase vermieden werden, das neue Schulden gemacht werden. Neue Schulden während der Wohlverhaltensphase zu machen ist durchaus möglich und nicht verboten, aber unsinnig und gefährlich, da eventuell die gewünschte Restschuldbefreiung in Gefahr sein kann…

Wohlverhaltensphase

Bild © Pressmaster (Fotolia)

In der Wohlverhaltensphase muss der Schuldner inner- halb vom Verbraucherinsolvenzverfahren bestimmte Bedingungen erfüllen. Andernfalls würde er schnell die Restschuldbefreiung am Ende des Verfahrens in Gefahr bringen. Die allgemeine Meinung, man dürfe grundsätzlich keine Schulden in der Wohlverhaltensphase machen, ist allerdings falsch. Es gibt bestimmte Situationen, da lässt sich eine erneute Verschuldung nicht ausschließen und der Schuldner oder die Schuldnerin hat ebenfalls das Recht, über das nicht gepfändete Einkommen frei zu verfügen. Dennoch sollte mit einer erneuten Schuldenaufnahme nicht zu sorglos umgegangen werden. Denn schlussendlich kann sich diese negativ auf das Insolvenzverfahren des Verbrauchers auswirken.

Erklären wollen wir das an einem Beispiel. Schuldner sind in der Wohlverhaltensperiode verpflichtet, alle nur erdenklichen Bemühungen zu starten, um eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Auch eine selbstständige Tätigkeit ist hierbei möglich, allerdings muss der Gewinn so hoch liegen, wie bei einer vergleichbaren nichtselbstständigen Tätigkeit. Wer arbeitslos ist, muss sich um einen neuen Job nach- weislich bemühen. Des Weiteren sind zusätzliche Einnahmen, etwa aus einer Erbschaft, unverzüglich dem Insolvenzanwalt mitzuteilen. Davon sind nämlich Teile ebenfalls pfändbar. Neue Schulden sollten nach Möglichkeit vermieden werden, insbesondere dann, wenn von vornherein klar ist, dass diese nicht abgetragen werden können. Denn dann handelt es sich um einen strafbaren Eingehungsbetrug.

Die Restschuldbefreiung, die am Ende vom Verbraucherinsolvenzverfahren steht, wird nur dann gewährt, wenn die Bemühungen des Schuldners während der Wohlverhaltensperiode sehr eindeutig nachweisbar sind. Hat er sich jedoch nicht so verhalten, dass er zumindest einen Teil seiner Schulden abzahlen konnte oder ist er keiner beruflichen Tätigkeit nachgegangen und hat auch nicht versucht, eine Anstellung zu finden, kann ihm die Restschuldbefreiung verwehrt werden. Dies muss zum Ende des Verfahrens allerdings das zuständige Insolvenzgericht entscheiden und es wird hier verschiedene Aspekte berücksichtigen. Wer beispielsweise neue Schulden gemacht hat, diese aber regelmäßig abzahlt, muss nichts befürchten. Gleiches gilt, wenn die Schulden unvermeidbar waren, etwa um ein Auto zu kaufen, das für die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit unbedingt notwendig ist.


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