Die Pfändungstabelle schafft Klarheit für Schuldner

Tipps zur Verbraucherinsolvenz: Pfändungen dürfen durch die Gläubiger erst ab einen monatlichen Pfändungsfreibetrag erfolgen, welcher in der Pfändungstabelle geregelt ist. Bei einer eingetretenen Verbraucherinsolvenz können Schuldner somit aus der Pfändungstabelle entnehmen, mit welchem monatlichen Pfändungsfreibetrag an pfändungsfreien Geldmitteln zu rechnen sein wird…

Pfändungstabelle

Bild © Heidrun Lutz (Fotolia)

Die Pfändungstabelle ist die wichtigste Grundlage, um zu erfahren, wie hoch gepfändet werden darf. In ihr werden die unterschiedlichen Einkommen aufgezeigt und welchen Selbstbehalt man aus diesen erhält. Dadurch kann genau ausgerechnet werden, was vom Einkommen gepfändet werden kann und welcher Betrag einem Schuldner/in anschließend zur freien Verfügung verbleibt. Ganz wichtig ist, dass jeder Schuldner einen Selbstbehalt hat, der durch die Pfändung nicht unterschritten werden darf. Dieser liegt aktuell bei 1.049,99 Euro pro Monat, sofern keine Unterhaltsverpflichtungen bestehen. Ist der Schuldner hingegen Dritten gegenüber, seien es nun den Kinder oder dem Ex-Ehepartner zum Unterhalt verpflichtet, so erhöht sich in der Pfändungstabelle der Pfändungsfreibetrag für den Schuldner, denn auch im Rahmen eines Verbraucherinsolvenzverfahren darf nicht in die Unterhaltsansprüche Dritter hinein gepfändet werden.

Allerdings gibt es hierbei Ausnahmen. Diese entstehen beispielsweise, wenn der Schuldner zwar zu Unterhaltszahlungen verpflichtet ist, diesen aber nicht nachkommt. Dann darf auch in den Unterhalts-anspruch Dritter hinein gepfändet werden. Im Zweifelsfall müssen Schuldner nachweisen, dass sie ihren Unterhaltsverpflichtungen nachkommen. Die Pfändungstabelle eignet sich deshalb besonders gut für den Schuldner, um sich über die künftige finanzielle Situation in seiner Verbraucherinsolvenz zu informieren. Für Gläubiger hingegen bringt die Pfändungstabelle nur wenig Aufschluss, da ihnen die genauen Einkünfte des Schuldners in der Regel nicht bekannt sind. Auch die Unterhaltsansprüche kennen sie nur in den seltensten Fällen.

Hinzu kommt, dass gepfändete Beträge nach Quoten an die einzelnen Gläubiger verteilt werden. Je mehr Gläubiger vorhanden sind, desto weniger erfahren die Gläubiger mit der Pfändungstabelle, welche Einnahmen sie erwarten können. Hier sollte stets Rücksprache mit dem Treuhänder oder Insolvenzverwalter gehalten werden. Besonders wichtig ist die Pfändungstabelle somit vorrangig für den Schuldner, sowie den Insolvenzverwalter, der daraus ablesen kann, welche pfändbaren Beträge zur Verfügung stehen und anschließend verteilt werden können. Zu beachten ist übrigens, dass mehrere Einkommen, etwa aus einer hauptberuflichen Tätigkeit und einem Minijob zusammen gefasst werden.


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